Die sächsische Wochenzeitung „Der Sonntag“ ist neugierig auf den Jugendchor geworden. Deshalb trafen sich in den Ferien Arndis aus dem 2. Sopran und der Chorleiter mit Journalistin Kathrin König zu einem Interview via Zoom (gekürzte Version des Textes in der Ausgabe vom 23.7. 2025).
Kirche, Schulen, Stadt: Jugendchor Großenhain tragen viele Schultern
Die mehr als 60 Sängerinnen und Sänger des Jugendchores in Großenhain genießen gerade ihre Sommerferien. Zu Beginn der Ferien hatten sie Besuch des Chores Coro Juvenil Domus Artis aus Mexiko, was ihr Chorleiter Stefan Jänke „den Abschluss eines fulminanten Schuljahres“ nennt mit Konzertwoche und Auftritten. In den Winterferien waren die Großenhainer zu Besuch in Mexiko. Der Chor war seit Corona auch schon an der Ostsee, in Polen, Guatemala und Belize.
Die Schülerin Arndis Groß aus Kalkreuth singt im Sopran und sagt darüber: „Ich bin stolz darauf, ein Teil dieses Chores zu sein, weil wir unsere Sache schon relativ gut machen.“ Das Aufeinandertreffen und Kennenlernen verschiedener junger Leute aus der ganzen Welt mache ihr großen Spaß. „Es ist schön, Musik der Welt kennenzulernen und miteinander zu singen.“
Der Jugendchor ist ein Gemeinschaftsprojekt, ein Kirchen- und Schulchor zugleich, erklärt der Leiter Stefan Jänke. Er ist freischaffender Komponist und Chorleiter. Angefangen hatte alles 2007 mit zwölf Sängerinnen und Sängern der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Reinersdorf und einem Projekt mit dem Werner-von-Siemens-Gymnasiums Großenhain. „Dann kamen die Oberschule ‚Am Kupferberg‘ und die Oberschule Ebersbach. Alle haben sich eingebracht“, erinnert sich Chorleiter Jänke. „Wenn jeder Akteur im ländlichen Raum sein eigenes Ding macht, sind es zu wenig Leute. Kooperationen mit Schulen können ein Weg sein, der in vielen Orten möglich wäre“, sagt Jänke. Allerdings müssten Schulen und Kirchen offen dafür sein und das auch schultern können. Der Hauptträger ist die Kirchgemeinde Reinersdorf. Es könnten laut Jänke aber auch Fördervereine von Schulen sein. Die Stadt Großenhain stellt den Probenraum im soziokulturellen Zentrum Alberttreff zur Verfügung. Der Jugendchor hatte bereits viele Auftritte in Sachsen und bundesweit, auch Konzertreisen in Ungarn, in der Schweiz, nach Tansania und Vietnam.
Die Liedauswahl für den Jugendchor empfindet der Leiter nicht als Herausforderung. „Viele Schulchöre singen ja auch geistliches Repertoire. Religiöse Themen gehören 35 Jahre nach dem Mauerfall auch zum Schulstoff.“ Aktuell liege die Verteilung geistlicher und säkularer Songs bei 50:50. Auch buddhistische Lieder seien schon aufgeführt worden. Bei ihm dürften die Chormitglieder auch Wünsche nennen, grundsätzlich sei man Vielem aufgeschlossen. „Manchmal muss ich Wünsche aber auch ablehnen, typische Partykracher-Hits zum Beispiel. Die passen nirgendwo ins Repertoire.“ Und weiter: „Traditionalisten gucken schon manchmal, wenn wir ein Lied der Band ‚Die Ärzte‘ in der Kirche singen.“
Zuletzt sangen 64 Schülerinnen und Schüler im Jugendchor mit. Nach den Sommerferien ändert sich die Zusammensetzung, weil viele erfahrenen Sänger nach der Oberschule bzw. Gymnasium neue Wege ins Leben gehen und jüngere Schüler nachrücken. „Es ist ein normaler Vorgang, dass es Brüche gibt“, urteilt Stefan Jänke. Schulabsolventen könnten trotzdem weitermachen. Für sie gibt es Extra-Termine und gelegentlich auch hybride Chorproben, bei denen sie sich aus der Ferne via Zoom zuschalten können. Die künftige12.-Klässlerin Arndis Groß wird nach den Ferien wieder donnerstags 15:15 Uhr im Sopran dabei sein und meint: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich auch während meines Studiums später mitsingen werde.“
Nach zwei intensiven Begegnungs-Wochen verabschieden wir uns in die Sommerferien: wir hatten Besuch – eine Woche beherbergten wir unseren Partnerchor aus Mexico in Großenhain in unseren Familien und eine Woche waren wir gemeinsam unterwegs – in Wittenberg und Umgebung.
Es war eine action-reiche Zeit – natürlich mit viel Musik. Wir absolvierten 14 Auftritte – große Kirchenkonzerte, Gottesdienste, Veranstaltungen in Schulen… – und sangen auch „zwischendrin“ viel: ob als Dank für das Jugendherbergsteam, als Einladung zu unseren Veranstaltungen auf dem Markt von Wittenberg, als Geburtstagsständchen für ein Chormitglied, um die Akustik auf einem Burghof „zu testen“ und zu allen möglichen anderen Gelegenheiten.
Das musikalische Programm wurde durch zahlreiche Aktivitäten ergänzt: Paddeln im Spreewald, Baden, Museumsbesuche, Stadtbummel, den Besuch der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen, Besuche in sozialen Einrichtungen – wir zeigten unseren Gästen unsere Heimat und lernten dabei auch selbst viel Neues.
Das wichtigste aber passierte zwischen all diesen Programmpunkten: Austausch und Unterhaltung in drei Sprachen, mit Händen und Füßen und Übersetzer auf dem Mobiltelefon. Wer schon bei den vorangegangenen Begegnungen dabei war, machte nahtlos dort weiter, wo wir uns im Februar 25 oder September 24 verabschiedet hatten. Wer zum ersten Mal dabei war, knüpfte rasch neue Freundschaften. Die Gruppen waren während der Reise ein Herz und eine Seele, so dass die Verabschiedung zum Ende der Reise eine wirklich herzzerreißende war. Hatten wir bei den letzten Projekten ja immer die Aussicht auf ein weiteres treffen, so fehlte die konkrete Perspektive diesmal. Aber: zu Beginn des neuen Schuljahres besprechen wir im Chor, wie wir die Partnerschaft weiterpflegen wollen.
Dazu sind auch wieder Neulinge herzlich willkommen. Von August bis Mitte November besteht die Möglichkeit, zum Chor hinzuzustoßen. Die Proben finden unverändert donnerstags 15.15h bis 16.45h im Soziokulturellen Zentrum Alberttreff in Großenhain statt. Die Einstiegsphase wird abgeschlossen mit dem alljährlichen Probenwochenende, dass in diesem Jahr vom 21.-23. November als Starterwochenende in der Jugendherberge Torgau stattfindet.
Was TeilnehmerInnen über die Begegnung schrieben:
a) Bei unserem Besuch in Deutschland wurde mir bewusst, was für ein wunderschönes Land es ist – mit einer so interessanten Geschichte, atemberaubenden Aussichten, köstlichem Essen und einer sehr authentischen Sprache – die ich liebe! Vor allem aber hat es herzliche und authentische Menschen.
b) Für mich sind die Begegnungsreisen mit dem Chor aus Mexiko jedes Mal ein absolutes Highlight. Und wie schon die Begegnungen davor bestand auch diese Reise wieder aus zwei Wochen voller neuer Eindrücke, voller Emotionen und natürlich voller Musik. Und sowas schweißt zusammen. Sowohl zwischen den Chören als auch innerhalb sind neue Freundschaften entstanden und es hat sich eine Art der Gemeinschaft gebildet, die vorher überhaupt nicht denkbar war. Egal, ob wir uns erst seit Beginn der Reise kannten, oder ob wir schon seit Monaten oder gar Jahren befreundet waren; am Ende der Reise ist der Abschied schwergefallen.
c) In einem anderen Land zu sein, zu singen und einen Teil der eigenen Kultur zu tragen, zu sehen, wie Menschen aufstehen und uns applaudieren, obwohl sie nichts von dem verstanden, was wir sagten, ist unglaublich. Dank dieses Projekts habe ich unglaubliche Menschen aus einer anderen Kultur kennengelernt. Diese zwei Wochen mit ihnen zu verbringen und Freundschaften zu schließen, ist eines der schönsten Dinge, die ich von der Reise mitgenommen habe.
d) Ich habe so viele Dinge erlebt und Verbindungen geknüpft, die ich mir nie hätte vorstellen können. Ich bin nach der Reise um so viele Erfahrungen und Perspektiven reicher und freue mich darauf, zurückzukehren und die Freunde wiederzusehen, die ich bereits vermisse. Ich bin froh, dass ich es gewagt habe, dabei zu sein.
e) Wie offen und herzlich unsere Gäste mit ihren Mitmenschen umgehen: Ich wurde ständig umarmt und in Gruppenaktivitäten und Gespräche einbezogen. Obwohl ich zum ersten Mal bei so einer Begegnung dabei, fiel es mir so nicht schwer den Großteil der Gruppe kennenzulernen. Es gab so viel zu erleben, dass man dies nicht in Worte fassen kann.
Weitere Informationen zum Projekt gibt es HIER.
Die Begegnung wurde gefördert durch
Der Jugendchor fiebert bereits auf das nächste Großereignis hin: den Gegenbesuch der mexikanischen Partnerchores vom 21.6. bis 7.7.
HIER gibt es weitere Infos zu dem 17-tägigen Vorhaben.
Mit drei Konzerten berichtete der Jugendchor von seiner Begegnungsreise nach Mexico im Februar 2025.
Den Auftakt machte eine Veranstaltung am 23. Mai in der Großenhainer Marienkirche.
Am 24. Mai fand das zweite Konzert der Reihe in Kooperation mit der Diakonie Meißen in der Riesaer Trinitatiskirche statt. Dort waren vor allem Senioren aus dem nahen Seniorenzentrum „Albert Schweitzer“ eingeladen. Paten von der Migrationsberatung der Diakonie begleiten die SeniorInnen zu der Veranstaltung. Geschäftsführer Frank Radke eröffnete das Konzert.
Zum Abschluss des Wochenendes erklang das Programm in der Kirche Reinersdorf – am 25. Mai.
Die ChorsängerInnen hatten ihren Blick auf die Reise in kleine Referate gegossen, die mit 300 Videos und Fotos garniert und mit passender Chormusik illustriert wurden. Kostproben mexikanischen Essen rundeten die multimediale Veranstaltung ab.
Zum 6.Mal fand die Familienfreizeit „Singen und Spielen“ statt, diesmal in Kooperation mit der Sächsischen Chorjugend.
Mehr Infos HIER.
Anlässlich der „Earth Hour“ fand in diesem Frühjahr das Format „Sunday For Future“ nur einmal statt – als Konzert in der Großenhainer Marienkirche – Überschrift: „Nachtgesang“.
Der Eltern-LehrerInnen-Ehemaligen-Chor sang für etwa 200 Menschen in der Kirche, die (während der Earth Hour wird symbolisch das elektrische Licht ausgeschaltet) nur von einigen Kerzen erleuchtet war.
Neben dem Chor wirkten Anett Ziller (Sopran), Helene Vogel und Sarah Marie Scholta (Violine) mit, die Leitung hatte Stefan Jänke.
Songs For A Better World – Jugendchor trifft Partnerchor in Mexico
Bereits zum siebten Mal organisierten in den Winterferien der Jugendchor Großenhain (Leitung: Stefan Jänke) und sein Partnerchor „Coro Juvenil Domus Artis“ aus dem mexikanischen Chetumal eine Chorbegegnung (gefördert durch die Deutsche Chorjugend). 16 Tage waren der Chor aus Sachsen dazu in den mexikanischen Bundesstaaten Yucatan und Quintana Roo unterwegs!
6 Stunden Bus/12 Stunden Flug/nochmal 4 Stunden Bus – ankommen in Merida: Hotel mit Pool mitten im kolonial geprägten Altstadtkern – herrlich warm – mexikanisches Essen: yummy! – erstes Konzert: 450 Zuhörer – haben eigene spanisch-sprechende Moderatorin! – relaxen am Strand des Golfes VON MEXICO – da stehen Flamingos in der Lagune – 3x Geburtstag feiern – gebratener ganzer Fisch – wow: Maya-Ruinen von Chichen Itza – in einer Cenote baden… und singen – Konzert in Izamal („pueblo magico“ – ein zauberhaftes Dorf) wird heimlich gestreamt, und damit Zuhörerschaft verzehnfacht – den Partnerchor in der Universität der Künste von Merida treffen – viel englisch (und etwas spanisch) reden – sich sofort verstehen – Knoblauchbrot! – Konzert in Privatschule zur Hälfte a capella, weil Stromausfall wegen Gewitter – im Gran Museo Maya Museum auf Dresden stoßen (google mal „Codex Dresdensis“!) – Konzert in einem Theater im Herzen Meridas.
Chetumal ist viel jünger und ganz anders, als Merida – ein Tag mit den Familien der SängerInnen unseres Partnerchores verbringen – Konzert ist quasi ein Heimspiel – Musik von Renaissance bis Michael Jackson – unsere 6 Jahre alten Begegnungsbäume bestaunen (sind bereits 10 bzw. 12m hoch!!!) und drei neue pflanzen – weitere Bäume in archäologischer Stätte pflanzen – etwas über Manatis lernen und dann tatsächliche einen sehen! – die Musikschule „Domus Artis“ besuchen – Feiern: fiesta mexicana!!! – am Boulevard jegliches street food probieren.
An den letzten Konzertort Mahahual umziehen – unterwegs am Straßenrand essen: Mangos, Ananas, Kokosnüsse, pollo asado (Brathähnchen) – Hotel am Strand, niemand braucht mehr den pool 😉 – schnorcheln und tauchen (Schildkröten!!!) – über uns schweben Pelikane – ein letztes gemeinsames Konzert – anschließend auch zum letzten Mal: Tacos essen – Abschied ist schwer, aber gar nicht so schlimm, denn im Juni sehen wir uns in Deutschland wieder!
Mehr Details und Eindrücke in Bild und Ton (und kulinarisch) gibt es in unseren multimedialen Reiseberichtskonzerten (in Kooperation mit der Migrationsberatung der Diakonie Meißen):
Fr, 23. Mai, 19.00 Uhr Marienkirche Großenhain
Sa, 24. Mai 16.00 Uhr Trinitatiskirche Riesa
So, 25. Mai 17.00 Uhr Kirche Reinersdorf
Damit möglichst alle SängerInnen dabei sein konnten, fand sie so spät statt: die Weihnachtsfeier der Kleinen Kurrende. Statt zur Probe in der Grundschule trafen sich die Kinder mit Chorleiter Stefan Jänke im Kirchgemeinderaum Niederebersbach: Dort sangen und spielten und schmausten sie nach Herzenslust! Besonders schön: die Kinder halfen auch beim Aufräumen!
Was durfte nicht fehlen? Eine EntdeckerTour durch die Kirche: von Altar über Orgel (Bälge-Treten!) und die oberste Empore bis auf den Kirchenboden und zu den Glocken beschauten sich die 16 Kinder alles ganz genau.
Seit vielen Jahren ist das Martin-Luther-King-Haus in Schmiedeberg das Domizil für das jährliche Probenwochenende des Jugendchores. Super Essen, wunderbare Zimmer und ein großartiger Probenraum bieten perfekte Bedingungen für ein entspanntes Wochenende.
Mit einem Bus von Busunternehmen Langer ging es am späten Nachmittag des 17.1. los, die Zimmerverteilung war schon im Vorfeld abgesprochen, so dass die SängerInnen (die sich meist ja in Schmiedeberg schon gut auskennen) direkt in ihre Zimmer begeben konnten.
Nach dem Abendbrot ging es musikalisch los: „Baba wama“ (ein Lied der Garifuna aus Belize) wurde einstudiert, weiter ging es mit „From A Distance“, das ein Hit von Bette Midler war.
Nach dem Wochenende kann der Chor nun außerdem „Wind Of Change“ der Scorpions und „Deine Schuld“ der Ärzte, sowie „Tollite Hostias“ von Camille Saint Saens.
Nebenher tauschten sich die SängerInnen darüber aus, wie der Chor ein Wohlfühl-Ort für alle werden kann. Dazu wurde gebastelt (Makramee!) und gespielt (die Parade-Disziplin des Jugendchores: Luftballon-Handball) – nicht zuletzt, weil der Geburtstag einer Sängerin gefeiert wurde (Eistorte)!
Ein Spaziergang an der frischen Luft (am Sonnabendnachmittag bei blendendem Wetter) durfte natürlich auch nicht fehlen.
Wunderbar war, dass sich Chormitglieder mit ihren Fähigkeiten einbrachten: Erwärmung am Morgen, Einsingen und Stimmgruppen-Proben für Neulinge wurden von Sängerinnen übernommen.
Zum Ausklang der Weihnachtszeit hatte der Eltern-LehrerInnen-Ehemaligen-Chor zum wiederholten Mal Gäste nach Reinersdorf eingeladen:
Den erst seit 2022 bestehenden gemischten Chor „Donna Klara“, der zum Heimatverein Hof e.V. gehört. Die SängerInnen kommen aus der weiteren Umgebung von Riesa.
Jeder Chor gestaltete seinen eigenen Konzertteil, und schließlich erklangen auch gemeinsame Lieder – mit dem Publikum. Leider war die Publikumsresonanz diesmal gering – trotzdem war es ein stimmungsvoller Start ins neue Jahr.
Nach dem erfolgreichen Reiseberichtskonzert im November lud das Soziokulturelle Zentrum Alberttreff in Großenhain die Delegation des Jugendchores in seine Reihe Reise-Dia-Vorträge ein.
In angenehmer Atmosphäre – auch mit gastronomischer Versorgung – präsentierten die Jugendlichen ihr Programm dem interessierten Publikum.
Es gab Snacks von exotischem Obst (wie in Lateinamerika mit Chili !) und guatemaltekischen Kaffee (auf guatemaltekische Art zubereitet) zu verkosten.
Im Laufe des Abends wurden Souvenirs von der Reise nicht nur schnöde verkauft, sondern sogar versteigert – um den Gegenbesuch des Partnerchores aus Mexico im Juni zu unterstützen.